Adipositas-Prävention an Volksschulen

Die aus dem AK Sucht hervorgegangene "Untergruppe Essstörungen" bekam im Schuljahr 2007/2008 den sekundärpräventiven Auftrag aus einer Hauptschule zur Durchführung einer therapeutisch wirksamen Gruppe für Schüler der 8. Klassen mit Übergewicht bzw. Adipositas.
Die Beratungslehrerin nahm daraufhin einzeln Kontakt zu Schülern auf, die dafür in Frage kamen und die ihr zuvor insbesondere im Sportunterricht aufgefallen waren.
Zunächst wurden die Eltern der betroffenen Schüler in einem Elternabend über das Präventionsvorhaben informiert.

Der stellvertretende Leiter des AKS, Klinischer Psychologe und Jugendlichenpsychotherapeut, Oliver Gießler-Fichtner traf sich daraufhin in regelmäßigen Abständen mit den interessierten Jugendlichen in Räumen der Schule.

Zwei Mädchen mit leichtem Übergewicht wollten die Gruppe für sich nutzen, um ihr Repertoire an Diät- und Abnehmstrategien zu erweitern und schieden schon bald wieder aus der Gruppe aus.

Die Verbliebenen definierten realistische Veränderungsziele und entwickelten im Laufe des Schuljahres tragfähige individuelle Strategien mit dem Ziel einer Umstellung ihrer Ernährungs-, Trink- und Bewegungsgewohnheiten. Diese Verhaltensumstellungen brachten den meisten eine deutlich spürbare neue Zufriedenheit in ihren Lebensalltag. Sie berichteten immer wieder stolz auch über kleinste Erfolge seit der letzten Gruppensitzung. Zum Beispiel wurden weniger Limonadengetränke oder Säfte konsumiert und schrittweise zu wesentlich energieärmeren Mixturen gewechselt. Ein Junge veranlasste seine Mutter nachhaltig, dem Familien-Einkaufsplan gesündere Produkte insbesondere aus dem Gemüseangebot hinzuzufügen. Ein Mädchen intensivierte nach und nach ihre alltägliche Bewegung.

Quasi im Nebeneffekt stellte sich auch eine Gewichtsstagnation bzw. realistische Gewichtsreduktion ein, die manchen Teilnehmer erstrahlen ließen. Und zwangsläufig entsprachen die verzehrten Produkte auch mehr und mehr den Kriterien der sogenannten "Lebensmittelpyramide", wie sie die DGE als Empfehlung propagiert.

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nsgesamt nahmen die Heranwachsenden mit hoher Ernsthaftigkeit und einigem Spaß an der "Wohlfühlgruppe" teil und fanden, dass die Gruppe mit Recht diesen Namen trägt.
Abnehmen ohne jeglichen Humor beschrieben sie als wenig lustig, anstrengend, freudlos und fad.

Die Schule war durch die erforderliche Kooperation mit der Klinik, den Eltern und den Schülern über das normale Maß hinaus gefordert.

Ein abschließendes Highlight stellt die Schlussveranstaltung in der Fachklinik Gaißach dar, die durch fachlichen Einsatz ihrer Mitarbeiter diese Präventionsangebot ermöglicht hatte.
Hier kommt dann auch ganz praxisnah die Lehrküche zum Einsatz, so dass die Schüler befähigt werden, sich in angemessenem Umfang gesundes Essen selbst zu kochen.
Ein Jugendlicher plant nun einen intensivierten, mehrwöchigen stationären Aufenthalt in der Fachklinik für Kinderrehabilitation in Gaißach.

Für eine Fortführung in weiteren Schuljahren und Projekten wäre eine Kostendeckung durch Krankenversicherungen oder soziales Sponsoring wünschenswert.